Exhibition
Fynn Steiner & Fiona Hinrichs
Maximum Break / Snookerspieler unscharf vom Fernseher abfotografiert
17. November - 19. November Während die ausgetretenen Pfade des deutschen Sportfernsehens den Zuschauer direkt ins Pay-TV lotsen, wo sie einen mit Fußball, Fußball und dem unsäglichen FC Bayern einbetonieren möchten, zeigt der Sportsender Eurosport seit 1989 die interessanteren Alternativen. Dazu zählt Snooker, eine Billardvariante, die 1875 von britischen Kolonialsoffizieren in Indien erdacht wurde. Snooker, das ist nicht- wie Poolbillard- ein Hinterzimmersport für schäbige Bars, sondern ein unendlich komplexer Gentlemansport, jedes Match ein Schachspiel auf grünem Filz. Zur Garderobe der Spieler gehört deshalb Anzugweste und Fliege, ein kühler Kopf und eine ruhige Hand. Fynn Steiner begleitet den Sport seit 2003 vom Fernseher aus. Zunächst mit dem Fotoapparat und später dann mit dem Smartphone. Seine Fotografien jagen dem Moment der Bewegung in einer statisch wirkenden Sportart nach. Und so dokumentieren seine unscharfen Bilder einen Sport, der synonym für das britische Empire steht und eine Gesellschaft in Geschwindigkeit und Fall, im Wandel und am Rande des Möglichen skizziert. Maximum Break, das ist der Name für die höchste mögliche Punktzahl (147) im Snooker. 147 Punkte stehen für den perfekten Moment in einem Sport, der unendlich kompliziert ist und gerade deshalb- vor allem in Großbritannien, zu einem Sehnsuchtsort und Refugium für seine Betrachter wurde. Er zeigt den Menschen als Ringer im Kampf mit der Physik, als camusschen Sisyphos, der berharrich seinen Fels rollt und dabei lächelt. Die Künstlerin Fiona Hinrichs hat Steiners schier unendliche Sammlung durchforstet und präsentiert jetzt die besten Fotografien aus 20 leidenschaftlichen Jahren Sportfernsehen. Vernissage: Freitag, 17. November ab 18 Uhr Geöffnet: Samstag, 18. November 15 - 18 Uhr & Sonntag, 19. November 13 - 16 Uhr

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